Welche Nebenwirkungen kann die Pille haben?

Wie bei jedem anderen Arzneimittel, können auch bei der Einnahme der Pille Nebenwirkungen auftreten.

Die Nebenwirkungen der Pille stehen in engem Zusammenhang mit der Höhe des Östrogengehalts sowie der Art des enthaltenen Gestagens (sog. Gelbkörperhormon). Das Ausmaß der Nebenwirkungen kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein, insgesamt ist die Pilleneinnahme aber mit geringen Risiken verbunden. Viele Nebenwirkungen treten insbesondere zu Beginn der Pilleneinnahme auf, da sie auf Veränderungen im Hormonhaushalt zurückzuführen sind und der Körper sich nach und nach daran gewöhnt. 

 

Mögliche Nebenwirkungen, die vor allem zu
Beginn der Pilleneinnahme auftreten können, sind:

  • Zwischenblutungen
  • Brustspannen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Wie im natürlichen Zyklus kurz vor Beginn oder während der Periodenblutung kann auch der abfallende Hormonspiegel während der einnahmefreien Zeit manchen Frauen Probleme bereiten. Stimmungsschwankungen, Unterleibsschmerzen oder Kopfschmerzen können die Folge sein. Sind die Beschwerden stark ausgeprägt, so ist es möglich, die Pille im sogenannten Langzyklus nach Rücksprache mit dem Arzt anzuwenden. Bei dieser Art der Pillenanwendung wird die Pille über einen bestimmten Zeitraum ohne Pause eingenommen. Der Hormonabfall wird so vermieden und die damit verbundenen typischen Beschwerden bleiben aus.

 

Venöse Thrombosen

Eine seltene, aber dafür ernstzunehmende Nebenwirkung ist die sogenannte venöse Thrombose. Das körpereigene Gerinnungssystem dient eigentlich dem Schutz des Körpers und verhindert bei Verletzungen einen allzu großen Blutverlust. Das Blut verklumpt zu Blutgerinnseln, die dann die Wunde verschließen. Im Falle einer Thrombose verstopft der Blutpfropfen jedoch das Blutgefäß, sodass das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Am häufigsten entstehen Thrombosen in den Venen des Körpers und hier vor allem in den Beinen. Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko, eine Thrombose zu erleiden. Dazu zählen individuelle Risiken, die von spezifischen, körperlichen Besonderheiten ausgehen.

 

Individuelle, körperliche Faktoren, die das Risiko für eine venöse Thrombose erhöhen, sind:

  • Übergewicht (BMI > 30)
  • Rauchen
  • Höheres Lebensalter
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Durchgemachte Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien
  • Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien bei Verwandten ersten Grades

Genauso können äußere, situative Bedingungen eine Thrombose begünstigen. Dazu gehören insbesondere Situationen, in denen man lange Zeit am Stück die Beine nicht bewegt.

Situative, äußere Faktoren, die das Risiko für eine venöse Thrombose erhöhen, sind:

  • lange Auto- oder Flugreisen
  • langes Liegen während eines Krankenhausaufenthalts
  • Ruhigstellung des Beins im Gips
  • Operationen
  • Starker Flüssigkeitsmangel bei großer Hitze oder körperlicher Anstrengung

 

Eine Pilleneinnahme kann in seltenen Fällen zu einer venösen Thrombose führen. Das Risiko geht vor allem von dem in der Pille enthaltenen Östrogen aus. Das Östrogen kann im Körper dazu führen, dass Stoffe vermehrt freigesetzt werden, die die Bildung von Blutgerinnseln fördern. Das Risiko steigt mit der enthaltenen Östrogenmenge. Heutzutage werden Pillen hergestellt, die weniger als 50 Mikrogramm Östrogen enthalten, sogenannte Mikropillen. Das Risiko einer Thrombose ist bei diesen vergleichsweise kleinen Mengen gering. Auch das in der Pille enthaltene Gestagen beeinflusst das Thromboserisiko. Je nach verwendetem Gestagen kann es daher unterschiedlich hoch ausfallen. Der Wirkstoff Levonorgestrel gehört zu den Gestagenen, die nach aktueller Studienlage mit dem geringsten Risiko behaftet sind, eine Thrombose zu verursachen.

Um das geringe Risiko für venöse Thrombosen unter der Pilleneinnahme weiter zu minimieren, ist bei gefährdeten Frauen besondere Vorsicht geboten. Frauen, die bereits eine Thrombose hatten oder in deren Familie schon häufiger Thrombosen aufgetreten sind, dürfen die kombinierte Pille nicht anwenden. Der Arzt informiert zudem bereits vor dem Einnahmebeginn der Pille, welche Lebensgewohnheiten das Risiko für Thrombosen erhöhen, wie das Rauchen. Reine Gestagenpillen (Minipillen) werden nicht mit einem erhöhten Risiko für das Entstehen einer Thrombose in Verbindung gebracht.